So sieht er aus: unser Kinder-Handyvertrag

Die Sache mit dem Smartphone... Ist dein Kind auch schon ganz ungeduldig und möchte endlich ein eigenes Smartphone? Hier ist unser Kinder-Handyvertrag, mit dem der Umgang mit dem Smartphone richtig gut klappt.

Sind eure Kinder auch schon so weit, dass sie ein Handy haben sollen oder wollen?

Bei uns war es im vergangenen Sommer so weit – das Kindchen wurde 10 und ich hatte ihr blöderweise vor einigen Jahren versprochen, wenn sie 10 wird, bekommt sie ein eigenes Handy.

Hätte ich es hinauszögern können – ich hätte es getan! Aber gut: versprochen ist versprochen!

Plötzlich öffnete sich eine komplett neue Welt, mit der wir uns auseinander setzen mussten; Themen, über die wir mit unserer Tochter sprechen mussten und auch immer noch müssen.

Was darf sie?

Was darf sie nicht?

Und wie lange?

Die Sache ist ja, es geht dabei nicht nur um mein Kind – es geht auch um „die große, böse Welt dort draußen“.

Also habe ich ein bisschen recherchiert, Ideen gesammelt und einen „Vertrag“ entworfen, den Miss H und ich feierlich an ihrem Geburtstag unterzeichnet haben. 

Die Grund-Absprache war schon fest vorgegeben: mit dem Handy bekommt sie die Verantwortung für den Geschirrspüler. Ihre feste Aufgabe ist es, ihn auszuräumen – egal ob wir eine Feier haben und es 5 Mal am Tag gemacht werden muss oder auch nur ein einzelnen Mal am Tag: sie ist verantwortlich, möglichst ohne murren und jammern.

Hier kommt unser Kinder-Vertrag, den du gerne übernehmen darfst:

Die Regeln sind in erster Linie da, um sie zu schützen, nicht, um sie zu kontrollieren. Ihr vertraue ich – aber nicht „der Welt“.

Als Mama ist es meine Verantwortung, meine Tochter zu schützen. Sie ist erst 10 und kann die Dinge nicht so einschätzen, wie wir Eltern es können. Auf keinen Fall lasse ich sie „ungeschützt“ in die Welt des Internets los – dafür sind mir einfach zu viele komische Dinge, komische Menschen in irgendwelchen scheinbar harmlosen „Kinder-Chats“ unterwegs.

Es kommen z.B. regelmäßig anrufe von einer unbekannten Nummer – ihre Nummer gehörte anscheinend vorher mal jemand anderem, und dieser jemand hat scheinbar nicht all seinen Kontakten ein Update gegeben. Blöd. Ergo hat Miss H die Anweisung, bei unbekannten Nummern nicht ran zu gehen, nicht zurück zu rufen, mir bescheid zu geben, und ich sperre die Nummer.

Bei „Kettenbriefen“ ist unser Hintergedanke: 

Ganz ehrlich – was sind Kettenbriefe? Wenn wir es mal runterbrechen? Es ist Erpressung. Schlicht und einfach Erpressung. Die „Drohungen“ werden nicht eintreffen wenn sie es nicht weiterleitet – also: Niemals weiterleiten und dem Inhalt keinen Glauben schenken.

Zu den Nutzungszeiten: 

Aktuell habe ich es so konfiguriert, dass sie in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr insgesamt 3 Stunden die verschiedenen Apps nutzen kann. 

Ist die Zeit aufgebraucht, werden die Apps automatisch gesperrt und sie kann ggf. bei mir mehr Zeit anfragen (ich bekomme dann automatisch eine Anfrage auf mein Handy). 

Manche ihrer Apps sind zeitlich unbegrenzt, wie Musik und das Schreibprogramm, und den Zugriff aufs Internet habe ich massiv eingeschränkt: ich habe manuell eingerichtet, auf welche Webseiten sie zugreifen darf – sie kann also nicht ausversehen auf irgendwelche Seiten landen, wo nicht-jugendfreier Inhalt gezeigt wird.

Ebenfalls war das Thema WhatsApp zunächst ein großes FRAGEZEICHEN. Ja oder nein? Wir haben uns für JA entschieden, allerdings auch hier mit Einschränkungen:

Nach ein paar Frust-und-Wut-Erlebnissen habe ich „Gruppen“ gesperrt. Ihre Kontakte können sie nicht mehr einfach so einer Gruppe hinzufügen. (Warum? Mannometer – das ging ab im Klassen-Chat – ziemlich nervtötend – und Miss H. war selber irgendwann so genervt, dass sie das Handy am liebsten wieder abgegeben hätte).

Grundsätzlich nutzt meine Tochter ihr Smartphone eher um ihre wenigen Spiele (Horseclub und so) zu spielen, Texte zu schreiben, Hörspiele zu hören… Ich bin sehr froh, dass die Welt des unbekannten sie nicht so sehr reizt.

Zu unseren Geräten:

Da ich schon lange mit Apple-Geräten arbeite, hat auch meine Tochter ein iPhone bekommen. So kann ich direkt von meinem Handy aus alles steuern und konfigurieren: 

Sie ist teil meiner „Geräte-Familie“: 

  • ich teile meinen Apple-Music Account mit ihr, so dass sie auf Musik und Hörspiele zugreifen kann
  • ich kann sie Orten, wenn sie unterwegs ist (auch hier dient es dem Schutz und nicht der Überwachung – wir haben besprochen, dass ich es nur im Notfall nutze, wenn sie z.B. mal zu spät ist)
  • ich bekomme einen Bericht über die Bildschirmzeit und lege die Nutzungszeiten fest
  • ich kann Internetseiten und Käufe freigeben und alle Nutzungsrechte konfigurieren, inkl. Jugendschutz und alles mögliche mehr

Bestimmt kann man das auch mit einem Android Smartphone – für mich was es aber die einfachere Wahl, bei einem Hersteller zu bleiben. 

Da die Anschaffung natürlich auch ein paar Euro gekostet hat, war das auch (von uns Eltern) das einzige Geschenk was sie zu ihrem 10. Geburtstag bekommen hat. 

Wenn du weitere Ideen hast, oder auch Fragen, hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

Herzliche Grüße in die große, weite Welt, 

Sally

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